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Fitting - ein Leitfaden
#1
Über das Thema Fitting wird oft und viel gesprochen. Doch wie sollte ein Fitting tatsächlich ablaufen, damit der Kunde am Ende auch dauerhaft etwas von den neuen Schlägern hat und nicht nur während des Fittings?
Der folgende Leitfaden von @Eponer und @HansDampf, die beide Fitting und Schlägerbau professionell betreiben, dient als minimale Arbeitsgrundlage.

1.            Es sollte/muss ein ausführliches Gespräch geführt werden über was der Kunde eigentlich möchte oder gar erwartet.

2.            Ich empfehle immer auch etwas Materialkunde zu machen, aufzuzeigen was ein Schaft ist und wie wichtig es ist, den richtig zu verbauen. Auch wenn es so ausschaut, aber kein Schaft ist tatsächlich rund und jeder Schaft hat ein Eigenleben (Stichwort: FLO – Flat Line Oscillation).

3.            Unabdingbar für eine weitere Zusammenarbeit ist, dass das vorhandene Material des Spielers in Augenschein genommen werden muss. Die Spielspuren sollten angesehen werden, eine wichtige Frage dabei: Mit welchem Schläger kommt man gut klar? Gibt es einen Lieblingsschläger?

4.            Der ganze Satz sollte vermessen werden, um einen Überblick zu bekommen wie das Bag Setup überhaupt zusammen passt. Werte für Schaftlänge, Flex, Lie, Loft und Schwunggewicht sollten gemessen und festgehalten werden.

5.            Statisches Vermessen des Spielers als Grundlage für die Schaftlänge und Griffgröße. Ist-Zustand und was sein sollte wird ermittelt.

6.            Dynamisches Fitting: Unterschiede der einzelnen Kopf-Designs ansprechen und die jeweiligen Vor- und Nachteile erklären.

7.            Einspielen mit den eigenen Eisen. E5 zum Ermitteln der SKG, Eisen 6 (in der Regel) als Fitting Eisen spielen, aufgrund der Daten eine Strategie besprechen wie es jetzt weitergeht. Mögliche Verbesserungspunkte werden auf Basis der Launchmonitordaten aufgezeigt, bzw. sollte der Satz perfekt passen und kein oder nur ein sehr geringes Verbesserungspotenzial bieten, wird auch das klar gesagt.

8.            Auswählen eines Kopf-Designs, meistens auf Basis des gespielten Kopf-Designs.

9.            Spielen mit verschiedenen Schäften, wobei Länge und Gewicht eine vorrangige Rolle spielen sollten.

10.          Wenn Spiellänge, kann abweichen von dem statisch ermittelten Wert, und Schaftgewicht näher festgelegt sind, werden verschiedene Schaftdesigns und Flexe in der Gruppe (Modelle) gespielt. Der Schaft sollte immer vermessen und gerichtet (mind. im Spine) gespielt werden. Der Flex in CPM, ohne Griff gemessen, bekannt sein.

11.          Wenn die Kombi aus Kopf und Schaft feststeht, wird mit verschiedenen Schwunggewichtungen versucht die Ergebnisse der Daten weiter zu verbessen, sozusagen der finale Wohlfühlfaktor ermittelt.

12.          Abschlussbesprechung.

13.          Kosten per Angebot übermitteln.

Wichtig ist, das alle Daten des Schlägers, der Final ausgewählt wurde, bekannt sind und im Schlägerbau zu 100% ausgeführt werden. Das beutet, auf Basis des festgelegten Schlägers werden die Daten der anderen Eisen-Schläger gebaut. Bedeutet alle Schäfte werden im Flow gerichtet und in Frequenzabständen von 4 - max. 6 cpm gebaut. Man kann dann auch noch auf den Spieler eingehen, wie der Schwunggewichtsverlauf im Satz gebaut werden sollte.
Die restlichen vorhandenen Schläger des Spielers werden auf das neue Material soweit wie möglich angepasst: Schäfte werden gerichtet neu verbaut, Griffe gewechselt und wenn es aufgrund des Materials absolut nicht passt, wird die Möglichkeit besprochen wie es weitergeht.

Über den zweiten Schritt, den tatsächlichen Bau des Schlägers, der nach Punkt 13 schon kurz angerissen wurde, wird es in den kommenden Tagen einen eigenen (Leit)Faden geben.
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#2
Leute, um es ganz klar zu sagen, das was wir hier geschrieben haben ist KEIN MUSS, jeder kann es halten wie er will.

Es heißt ja auch Leitfaden, den kann man auch durchschneiden oder was auch immer damit machen.
Es wird eben immer über Fitting geredet und wir, HansDampf und Eponer, sind der Meinung keiner weiß so richtig was es ist und/oder bedeutet.
Unser Leitfaden schließt alles was man technisch machen kann ein wer weniger machen will, soll es tun.
LG
Eponer
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HansDampf
#3
Vielleicht sollte ich aus Spieler- oder Kundensicht noch hinzufügen, dass man für den Fittingprozess selbst auch einigermaßen fit sein sollte. Es werden ja nicht nur ein paar Bälle geschlagen. Bis das persönliche Optimum erreicht ist, kann es ein wenig dauern und dann wäre es schade, wenn der Spieler zum Ende hin schwächelt und die Ergebnisse so verfälscht.
LG
Hans
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#4
Ja Hans das Problem ist und bleibt der Schwinger, er erwarte viel weiß aber nicht was, oder was viel ist.
Will auch nicht viel bezahlen, wofür eigentlich etwas bezahlen stimmt ja dann doch nicht alles und besser wird es auch nicht, schuld ist der der dafür Geld verlangt.
:-)
LG
Eponer
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#5
(07.01.2019, 11:21)HansDampf schrieb: Der folgende Leitfaden von @Eponer und @HansDampf, die beide Fitting und Schlägerbau professionell betreiben, dient als minimale Arbeitsgrundlage.

1.            Es sollte/muss ein ausführliches Gespräch geführt werden über was der Kunde eigentlich möchte oder gar erwartet.
2.            Ich empfehle immer auch etwas Materialkunde zu machen, aufzuzeigen was ein Schaft ist und wie wichtig es ist, den richtig zu verbauen. Auch wenn es so ausschaut, aber kein Schaft ist tatsächlich rund und jeder Schaft hat ein Eigenleben (Stichwort: FLO – Flat Line Oscillation).
3.            Unabdingbar für eine weitere Zusammenarbeit ist, dass das vorhandene Material des Spielers in Augenschein genommen werden muss. Die Spielspuren sollten angesehen werden, eine wichtige Frage dabei: Mit welchem Schläger kommt man gut klar? Gibt es einen Lieblingsschläger?
4.            Der ganze Satz sollte vermessen werden, um einen Überblick zu bekommen wie das Bag Setup überhaupt zusammen passt. Werte für Schaftlänge, Flex, Lie, Loft und Schwunggewicht sollten gemessen und festgehalten werden.
5.            Statisches Vermessen des Spielers als Grundlage für die Schaftlänge und Griffgröße. Ist-Zustand und was sein sollte wird ermittelt.
6.            Dynamisches Fitting: Unterschiede der einzelnen Kopf-Designs ansprechen und die jeweiligen Vor- und Nachteile erklären.
7.            Einspielen mit den eigenen Eisen. E5 zum Ermitteln der SKG, Eisen 6 (in der Regel) als Fitting Eisen spielen, aufgrund der Daten eine Strategie besprechen wie es jetzt weitergeht. Mögliche Verbesserungspunkte werden auf Basis der Launchmonitordaten aufgezeigt, bzw. sollte der Satz perfekt passen und kein oder nur ein sehr geringes Verbesserungspotenzial bieten, wird auch das klar gesagt.
8.            Auswählen eines Kopf-Designs, meistens auf Basis des gespielten Kopf-Designs.
9.            Spielen mit verschiedenen Schäften, wobei Länge und Gewicht eine vorrangige Rolle spielen sollten.
10.          Wenn Spiellänge, kann abweichen von dem statisch ermittelten Wert, und Schaftgewicht näher festgelegt sind, werden verschiedene Schaftdesigns und Flexe in der Gruppe (Modelle) gespielt. Der Schaft sollte immer vermessen und gerichtet (mind. im Spine) gespielt werden. Der Flex in CPM, ohne Griff gemessen, bekannt sein.
11.          Wenn die Kombi aus Kopf und Schaft feststeht, wird mit verschiedenen Schwunggewichtungen versucht die Ergebnisse der Daten weiter zu verbessen, sozusagen der finale Wohlfühlfaktor ermittelt.
12.          Abschlussbesprechung.
13.          Kosten per Angebot übermitteln.

Danke für diese Aufstellung. Für mich ergibt dies nach 4 Jahren golfen und den ganzen Diskussionen mit HansDampf bei den Sim-Runden mittlerweile auch alles Sinn. Insbesondere habe ich zumindest schon teilweise, vor allem bei den Eisen, eine gewisse Vorstellung darüber, was ich möchte und was sich gut anfühlt.

Aber wie schaut es mit einem Anfänger aus? Ich habe in meinem Bekanntenkreis zum Beispiel ein Ehepaar "mittleren" Alters (also Anfang 50), welches letztes Jahr im Sommer seine Platzreife gemacht hat und auch recht engagiert spielt. Gerade bei der Frau wirst du aber, wenn du sie fragen solltest, was sie von neuen Schlägern erwartet, nicht viel mehr zu hören bekommen, als "Weit fliegen sollen sie halt!" (die Bälle, nicht die Schläger). Auch wird sie ihre Stärken und Schwächen kaum kennen (ausser vielleicht "Putten ist doof."). Wenn du ihr dann noch etwas über Lofts, Lies, Flos, Tip-Points und anderes erklärst, wird sie wahrscheinlich einschlafen.

Ich habe sie mal mit den Grindworks meiner Frau ein paar Schläge machen lassen. Die haben sich nach ihrer Aussage auch deutlich besser angefühlt als ihre jetzigen Schläger. Aber bevor ich sie zu dir schicken kann, müssen wir uns vielleicht noch auf eine Kurzversion deines Leitfadens einigen, um sie nicht zu erschrecken. Vielleicht frage ich mal meine Frau, die hat ein gewisses Talent dafür, Sachen zu vereinfachen. Smile

Gruß,

-thomas

P.S.: Antworten geht immer noch nicht, aber zitieren funktioniert wieder.
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HansDampf
#6
Ich weiss, ist jetzt der verkehrte Thread, aber keine Ahnung wo ich es unterbringen soll.

@tgemmer hat geschrieben zitiere: P.S.: Antworten geht immer noch nicht, aber zitieren funktioniert wieder.
Habe dieses Problem auch, dachte erst es liegt am PC, wenn ich auf Antworten klicke, bekomme ich die Meldung: Diese Seite funktioniert nicht, Golferstammtisch kann diese Anfrage im Moment nicht bearbeiten
guter Schlag aber das Grün ist irgendwo anders
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#7
@Golfi,
Problem ist erkannt, aber noch nicht gebanntWink!

Grüße,
Wolfgang
Lieber ein schöner Tag auf dem Golfplatz - als ein schlechter Tag im Büro
[Bild: 0684761001456433828.png]
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Golfi
#8
(07.01.2019, 19:46)tgemmer schrieb: ...
Aber wie schaut es mit einem Anfänger aus? Ich habe in meinem Bekanntenkreis zum Beispiel ein Ehepaar "mittleren" Alters (also Anfang 50), welches letztes Jahr im Sommer seine Platzreife gemacht hat und auch recht engagiert spielt. Gerade bei der Frau wirst du aber, wenn du sie fragen solltest, was sie von neuen Schlägern erwartet, nicht viel mehr zu hören bekommen, als "Weit fliegen sollen sie halt!" (die Bälle, nicht die Schläger). Auch wird sie ihre Stärken und Schwächen kaum kennen (ausser vielleicht "Putten ist doof."). Wenn du ihr dann noch etwas über Lofts, Lies, Flos, Tip-Points und anderes erklärst, wird sie wahrscheinlich einschlafen.

Ich habe sie mal mit den Grindworks meiner Frau ein paar Schläge machen lassen. Die haben sich nach ihrer Aussage auch deutlich besser angefühlt als ihre jetzigen Schläger. Aber bevor ich sie zu dir schicken kann, müssen wir uns vielleicht noch auf eine Kurzversion deines Leitfadens einigen, um sie nicht zu erschrecken. Vielleicht frage ich mal meine Frau, die hat ein gewisses Talent dafür, Sachen zu vereinfachen. Smile

Gruß,

-thomas

P.S.: Antworten geht immer noch nicht, aber zitieren funktioniert wieder.

Der Leitfaden soll aufzeigen, was (mehr oder weniger sichtbar) in einem ordentlichen Fitting enthalten sein sollte, damit es am Ende für den Spieler passt. Mir ist schon klar, dass nicht jeder alle Details erklärt bekommen möchte, sondern nur (besser) funktionierende Schläger. Warum sie (besser) funktionieren, ist manchen Golfern egal und das ist auch ok.
Im Falle des Falles würde ich also die Informationen auf das wesentliche reduzieren und nehme den Expertenrat zur Vereinfachung gerne an. Wink
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#9
Hallo der Leitfaden war jetzt nicht für jemanden unbedarft gemünzt.
Eigentlich hatte ich gedacht das würde man verstehen.
Die Idee dazu kam weil immer und überall mit den Begriff Fitting rum geschrieben wird aber die wenigsten eigentlich wirklich wissen was es ist was man unterscheiden sollte.
Das Beispiel mit dem 50ich Jahre alten Anfänger Ehepaar ist nicht Sinnvoll, denn es kommt ja nicht von denen selbst.
Das was wir dargestellt haben ist, was Ablauf, Zeitaufwendig usw. Schon viele Jahre also Lernstoff in den diversen Clubmaker Institution fest vorgegeben und in den Prüfungsaufgaben angeführt.
Liebe Grüsse
Eponer
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#10
(27.10.2018, 19:42)HansDampf schrieb: Der Leitfaden soll aufzeigen, was (mehr oder weniger sichtbar) in einem ordentlichen Fitting enthalten sein sollte, damit es am Ende für den Spieler passt. Mir ist schon klar, dass nicht jeder alle Details erklärt bekommen möchte, sondern nur (besser) funktionierende Schläger. Warum sie (besser) funktionieren, ist manchen Golfern egal und das ist auch ok.
Im Falle des Falles würde ich also die Informationen auf das wesentliche reduzieren und nehme den Expertenrat zur Vereinfachung gerne an. Wink

Nun, aus Sicht meiner Frau sieht ein erfolgreiches Fitting ungefähr so aus:

> 1. Es sollte/muss ein ausführliches Gespräch geführt werden über was der Kunde eigentlich möchte oder gar erwartet.
Sie erwartete einen langen Schläger, mit dem man lange Bälle schlagen kann.

Punkt 2 - 6 entfällt weitestgehend.

> 7. Einspielen mit den eigenen Eisen. E5 zum Ermitteln der SKG,  ...
Sie lässt sich auf charmante Weise erklären, daß ihre SKG leider, leider nicht ausreicht, um ein langes Eisen sinnvoll zu bedienen. Stattdessen bräuchte sie doch eher etwas, was denn Ball leichter in die Höhe bekommt.

> 8. Auswählen eines Kopf-Designs, meistens auf Basis des gespielten Kopf-Designs.
...
> 11. Wenn die Kombi aus Kopf und Schaft feststeht, wird mit verschiedenen Schwunggewichtungen versucht die Ergebnisse
> der Daten weiter zu verbessen, sozusagen der finale Wohlfühlfaktor ermittelt.
Wird dann so gemacht, ohne irgendetwas wirklich zu verstehen, was ihr der Fitter erklärt.

> 13. Kosten per Angebot übermitteln.
Wird dem Gatten überlassen.

Es fehlt noch:
14. Nach guten Runden werden die neuen Zauberschläger über alle Maßen gelobt.

Gruß,

-thomas
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HansDampf


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